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Am 29.06.2008 um 14:59 Uhr schrieb Rosenbusch :

Woher stammt die Redewendung "verflixt und zugenäht"?
"Verdammt!"
Und wenn es noch schlimmer wird, dann sagen wir "verflixt und zugenäht!".
Die Redewendung stammt aus einem Studentenlied, in dem es heißt:
Ich habe eine Liebste, die ist wunderschön,
sie zeigt mir ihre Äpfelchen, da ist's um mich gescheh'n.
Doch als mir meine Liebste der Liebe Frucht gesteht,
da hab' ich meinen Hosenlatz verflucht und zugenäht.
Am Ende vom Lied wird aber alles wieder gut:
Doch als sie dann zu sehr geflennt,
hab ich ihn wieder aufgetrennt.

In einer Parodie auf ein Gedicht von Heinrich Heine findet sich die gleiche Redewendung:
Im wunderschönen Monat Mai,
als alle Knospen sprangen,
da ist in meinem Herzen auch
die Liebe aufgegangen.
Doch als mir bald mein blonder Schatz
die Folgen unsrer Lieb’ gesteht,
da hab’ ich meinen Hosenlatz
verflucht und zugenäht.
 
Am 29.06.2008 um 15:02 Uhr schrieb Rosenbusch :

Was ist ein "Prügelknabe"?
Eines vorweg: ein Prügelknabe war eine arme Sau! Arme Kinder, die manchmal extra zu diesem Zweck gehalten wurden, mussten die Prügel auf sich nehmen, die eigentlich junge Edelleute verdient hätten. Diese jungen Edelfratzen durften nicht geschlagen werden und mussten der Prozedur nur zusehen, die von Rechts wegen ihnen galt. Eine ungerechte Welt!
 
Am 29.06.2008 um 15:10 Uhr schrieb Rosenbusch :

Warum hat man "einen Frosch im Hals?"
Wenn jemand heiser ist und kaum sprechen kann, dann gibt es im Hals eine kleine Geschwulst, die medizinisch "Ranula" heißt. Wenn man heiser ist, ist manchmal auch die "Ranula" etwas dicker als sonst und entzündet.
Nun gibt es den Begriff "Ranula" aber auch im lateinischen und bedeutet übersetzt soviel wie "Fröschlein". Daraus entstand im Laufe der Zeit die berühmte Redensart, einen Frosch im Hals zu haben, was medizinisch gesehen ja auch richtig ist.
 
Am 29.06.2008 um 15:13 Uhr schrieb Rosenbusch :

Woher kommt die Redensart "Man hat schon Pferde kotzen sehen"?
Pferde können nicht kotzen. Es geht einfach nicht, denn sie haben keine Muskeln, die Speisebrei rückwärts bewegen könnten. Deshalb ist das eine gute Metapher für Unwahrscheinlichkeiten!
 
Am 30.06.2008 um 13:06 Uhr schrieb Rosenbusch :

Warum haben Eisbären eine blaue Zunge?
Nein, es kommt nicht von Blaubeeren :-) sondern hat einen interessanten Hintergrund: um für die Jagt in Eis und Schnee perfekt getarnt zu sein, hat der Eisbär ein gelblich-weißes Fell. Das ist gut um nicht entdeckt zu werden, ist aber unvorteilhaft wenn man bedenkt, dass ein dunkles Fell viel mehr Sonnenlicht in Wärmeenergie umwandeln könnte.
Deshalb haben die Eisbären einen Trick: Um perfekt getarnt zu sein und gleichzeitig auch Wärme speichern zu können, haben die Eisbären unter dem weißen Fell eine stark pigmentierte, dunkle Haut. Und da die Haut so stark pigmentiert ist, erscheint die Zunge des Eisbären blau.
 
Am 02.07.2008 um 22:59 Uhr schrieb Rosenbusch :

Woher kommt die Redensart "Ins Fettnäpfchen treten"?
"Glückwunsch zur Schwangerschaft!"
"Warum? Ich bin doch gar nicht schwanger."
"Ups, ich dachte nur wegen dem Bäuchlein..."
Ein nettes Beispiel, wenn man etwas Unüberlegtes sagt und so richtig ins Fettnäpfchen tritt!

Belegt ist die Redewendung seit dem 19. Jahrhundert. In erzgebirgischen Bauernhäusern war es eine bäuerliche Sitte, auf dem Fußboden in der Nähe des Herdes einen Napf mit Stiefelfett bereitzuhalten, mit dessen Inhalt die nassen Stiefel der Heimkehrenden sogleich geschmiert wurden. Wer da durch Unachtsamkeit rein trat, der machte mächtig Sauerei auf den Dielen. Die Hausfrau war verärgert und der Verursacher konnte sich was schämen!
 
Am 06.07.2008 um 12:04 Uhr schrieb Rosenbusch :

Warum heißen die Flitterwochen Flitterwochen?
Wer sich in der alten Sprache auskennt, der könnte auf das Wort Flitter = Glanz kommen. Aber damit hat das nichts zu tun.
Vielmehr stammt das Wort vom althochdeutschen filtarazan („liebkosen“) und dem mittelhochdeutschen gevlitter („heimliches Lachen“) bzw. vlittern („kichern, flüstern, kosen“) ab. Also eine durchaus schöne Zeit!
 
Am 06.07.2008 um 12:14 Uhr schrieb Rosenbusch :

Gibt es lebende Fossilien?
Man bezeichnet als ein lebendes Fossil e ine Art die sich über längere Zeiträume nicht verändert hat. Die Einteilung kann natürlich nur an der äußeren Erscheinung (der Morphologie) orientieren. Selten wird mehr von einer Art überliefert als Knochen oder Panzer. Doch da sich Arten im Allgemeinen weiterentwickeln und dies ihren Körperbau verändert, kann man davon ausgehen, das Arten, die sich äußerlich kaum weiterentwickelt haben auch in ihrem Verhalten, Lebensraum und ihrer Nahrung nicht wesentlich verändert haben.
 
Am 06.07.2008 um 12:14 Uhr schrieb Rosenbusch :

......Bestes Beispiel ist der Nautilus, die seit 500 Millionen Jahren unverändert durch die tropischen Meere schwimmt. Er sieht aus wie eine Schnecke, ist aber der älteste lebende Vertreter der Tintenfische. Nautiliden, auch Perlboote genannt, haben 90 Tentakel und eine perfekt symmetrische Schale, die die eine Spirale darstellt und immer im gleichen Verhältnis von Länge und Breite wächst.
Doch das weitere Überleben der Art ist vor allem durch ein unverantwortliches Sammeln der Schale gefährdet, die ein beliebtes Souvenir und Sammlerstück darstellt. Aus diesem Grund werden jährlich tausende der Perlboote gefangen und getötet. Der Mensch schafft halt alles...
 
Am 08.07.2008 um 23:53 Uhr schrieb Rosenbusch :

Warum heißt die Teewurst eigentlich Teewurst?
Auch wenn es vielfach geschrieben steht: In einer Teewurst wird (eine geräucherte Streichmettwurst) nicht mit Tee gewürzt. Auch wenn wir uns es heute wohl kaum noch vorstellen können, dass man Wurst zum Nachmittags-Tee einnimmt, war das gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Mode gekommen. Damals hatte eine sehr bekannte Wurstfabrik eine streichfähige Wurs t erfunden, die zu dieser Zeit durch die sehr zerkleinerten Zutaten einfach „fein“ und schick genug war, den Nachmittags-Tee zu begleiten. Schnell etablierte sich der Name „Teewurst“.
 

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07.10.08, 14:08 @547 / Parsed: 0.02 sek.

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